Tschernobyl

1:23 Uhr – Heute vor 30 Jahren explodierte in dem Ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Reaktor – eine ratioaktive Wolke breitete sich bis nach Westeuropa aus. Insgesamt 200 000 Quadratkilometer wurden verstrahlt – mit schweren Folgen für Mensch und Natur: bis heute.@@

Am Anfang stand ein Experiment. Ein neuer Spannungsregler für die Turbinengeneratoren sollte erprobt werden. Es ging um die Frage: Würde nach einem Abbruch der Reaktorleistung und einem gleichzeitigen Ausfall der örtlichen Stromversorgung die Rotationsenergie der Turbinengeneratoren, die nun keinen Dampf mehr bekamen, noch genügend hoch sein, um Strom zu produzieren? 45 Sekunden waren zu überbrücken, bis die Notdieselgeneratoren anspringen würden, die dann das Kühlsystem weiter mit Strom versorgen konnten. Die Elektroingenieure sahen die Aufgabe als eine rein elektrotechnische Herausforderung, ohne das Risiko möglicher Auswirkungen auf den Atommeiler.

Akimow will per Hand die Notabschaltung auslösen. Doch der Versuch, die Kettenreaktion durch Einschieben der Steuerstäbe in den Reaktor zu unterbinden, misslingt. Durch die große Hitze haben sich die Röhren verbogen, in denen die Stäbe gleiten, die meisten der Stäbe verkanten sich auf halbem Wege. Binnen drei Sekunden produziert der Reaktor 530 Megawatt, dann mehrere Tausend Megawatt, schließlich springt die Nennleistung von Block 4 auf das Hundertfache hoch. Der Reaktor “geht durch”: Druckröhren bersten, Kühlwasser tritt aus, die Grafitblöcke fangen an zu brennen. Bei über 2000 Grad Celsius schmelzen die Brennelemente. Der gefürchtete GAU ist eingetreten, der größte anzunehmende Unfall.

Die Katastrophe von Tschernobyl – aufgearbeitet von der ZEIT: ein Protokoll des Super-GAUs.

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