Telefonkonferenz mit der Kanzlerin

Alle Jahre wieder die gleiche Prozedur im Herbst: Im Oktober werden die Uhren umgestellt – und zwar am letzten Wochenende im Oktober. Dann wird von der Sommerzeit auf die Winterzeit umgestellt. Folgerichtig ist die zweite Zeitumstellung in diesem Jahr also am morgigen Sonntag, 29. Oktober 2017 – um 3 Uhr in der Früh werden alle Uhren um eine Stunde zurück gestellt. Das heißt also ebenfalls: Heute Nacht bekommen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Es bedeutet aber auch: Künftig wird es eine Stunde früher dunkel.

Bis 1977 war die Winterzeit noch die einzige Zeit in Europa. Dann beschloss die Europäische Gemeinschaft – der Vorläufer der heutigen EU – die Einführung der Sommerzeit. Seit 1980 werden auch in der Bundesrepublik Deutschland im März die Uhren eine Stunde vor und im Oktober eine Stunde zurückgestellt. Die Einführung der Sommerzeit war eine Nachwirkung der Ölkrise des Jahres 1973. Durch die Zeitumstellung hoffte man, Strom sparen zu können: Eine Stunde mehr Tageslicht sollte eine Stunde weniger künstliches Licht aus der Steckdose bedeuten.

Mittlerweile gilt die Vorstellung, wonach die Sommerzeit dem Energiesparen dient, längst als widerlegt. Das Bundesumweltamt erläutert in einer Stellungnahme: Durch das Vor- und Zurückstellen der Uhren sparen wir keine Energie: Zwar knipsen die Bürgerinnen und Bürger im Sommer abends weniger häufig das Licht an, allerdings heizen sie im Frühjahr und im Herbst in den Morgenstunden auch mehr – das hebt sich gegenseitig auf.”

Für die Gegner der Umstellung gibt es jedoch eine positive Nachricht: Die EU-Kommission prüft aktuell Forderungen nach einer Abschaffung der Sommerzeit, denn immer mehr Bundesbürger haben das Vor- und Zurückdrehen der Uhren satt. So ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von E.ON 2016, dass 70 Prozent der Deutschen die Zeitumstellung als überflüssig betrachten und sie am liebsten ganz abschaffen würden. Eine Abschaffung wäre jedoch nur EU-einheitlich möglich, das gilt weiterhin als unwahrscheinlich.

Der Türkei hingegen war die künstlich eingeführte Sommerzeit so sympathisch, dass sie vergangenes Jahr beschloss, einfach dabei zu bleiben.

Quelle: merkur.de

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