95 Jahre Muttertag

Am zweiten Sonntag im Mai bekommen wieder viele Millionen Mütter in Deutschland ihr Frühstück ans Bett gebracht, werden mit Selbstgebasteltem beschenkt und mit Blumen überhäuft.

Dieses Klischee hält sich seit Jahrzehnten hartnäckig und wird gepflegt. Am 13. Mai 1923 wird der Muttertag offiziell eingeführt – die wohl beste Idee in der Geschichte der Blumenbranche.

Wir wünschen allen Müttern, dass ihre Kinder heute an sie denken!

Der Muttertag hat seine Wurzeln in den USA, wo er sich seit 1914 etabliert hat.
Der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber macht es den Amerikanern nach. Die Floristen dekorieren damals ihre Schaufenster mit Zeilen wie: “Ehret die Mutter“. Oder: “Deutsches Kind. Denk heute Deiner Mutter Güte, bring ihr eine frische Maienblüte“.

1933 wird der Muttertag offiziell auf den zweiten Maisonntag gelegt. Später benennen ihn die Nationalsozialisten um in den “Tag der deutschen Mutter”. Kinderreiche Frauen bekommen neben Blumen zusätzlich ein Mutterkreuz, einen Orden, der im Volksmund auch “Nahkampfspange” oder “Karnickelorden” genannt wird.

Der Muttertag ist bis heute ein Millionengeschäft für die rund 10.000 Blumenläden in Deutschland.

“Unsere Kunden sind großzügig, ein klassischer Muttertagsstrauß liegt bei 30,35 Euro“, sagt Floristin Ute Kersting aus Dortmund. “Der Klassiker ist immer noch die rote Rose – in kurz, lang und mittellang”, erklärt Kersting.

Manchmal bricht unter den Blumengeschäften in Europa gar ein Kampf um gute Ware aus, denn auch in fast allen anderen Ländern gibt es Muttertage, teilweise jedoch an anderen Tagen. “Zum Beispiel in Frankreich am letzten Sonntag im Mai: Da ist es ein Muss, eine Blume zu verschenken. Das geht soweit, dass die Franzosen auf jeden Fall Maiglöckchen haben wollen, egal ob der Stiel fünf Euro kostet oder mehr”, sagt Ute Kersting. Wenn die Franzosen Muttertag feiern, gehen fast alle Maiglöckchen auf dem Markt nach Frankreich. “Da bekommt der Produzent mehr als in Deutschland”, sagt Ute Kersting. Geldmacherei der Blumenbranche?

Natürlich tun viele Menschen den Ehrentag als Geldmacherei der Blumenbranche ab. Das gibt auch Ute Kersting zu.

“Aber auf der anderen Seite:
Was leistet eine Mutter? Was vertut man sich, da einen Blumenstrauß zu kaufen, die Mutter in den Arm zu nehmen, auch wenn es Kommerz ist?”

Quelle: wdr.de

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