Martin Luther

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen, in denen er vor allem gegen den damals üblichen Ablasshandel Stellung bezog. Das Datum vor nunmehr 500 Jahren wird als Beginn der Reformation begangen – und damit als Ausgangspunkt der Spaltung in Katholiken und Protestanten.

 

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Drei Jahre später erscheinen drei Schriften Luthers, die zusammen „einen in sich schlüssigen Angriff auf das gesamte Gebäude der katholischen Kirche” (Lyndal Roper) darstellten:

  1. „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“
    Diese erste Schrift ist eine Art Zusammenfassung der Beschwerden über Missstände in der Amtskirche. Er prangert die Prunksucht des Papstes an, wettert gegen den Zölibat, lehnt die Priesterweihe ab.
  2. „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“
    Darin greift Luther eine zentrale Position der Papstkirche frontal an: die Lehre von den Sakramenten. Von den sieben Sakramenten lässt er nur zwei gelten: Taufe und Kommunion. Die anderen – Firmung, Beichte, Ehe, Weihe, Letzte Ölung – seien nicht durch die Bibel beglaubigt.
  3. „Von der Freiheit eines Christenmenschen.“
    Die dritte Schrift wurde zum am meisten gedruckten und gelesenen Werk des 16. Jahrhunderts. Luther sprach hierin „jedermann“ das Recht zu, selbst zu entscheiden, wer die wahre christliche Lehre predige. Wozu also noch Geistliche?

Wäre nach dem Thesenanschlag von 1517 der Riss zwischen Luther und der Amtskirche zumindest theoretisch noch zu kitten gewesen, so stellen die Schriften drei Jahre danach den Bruch dar, damit war das Tischtuch mit Rom endgültig zerschnitten.

Luther selbst vollzog diesen Bruch, indem er am 10. Dezember 1520 die Bulle des Papstes, die ihn zum Widerruf auffordert und in der ihm der Bann angedroht wird, in Wittenberg öffentlich verbrannte. „Es war ein sorgsam inszenierter Akt“, wie Biografin Loper schreibt. Ein Spektakel.

Tatsächlich war nun die Geduld des Papstes endgültig erschöpft.
Am 3. Januar 1521 wurde Luther durch Papst Leo X. exkommuniziert und der Bannfluch über ihn verhängt.
Die Reformation war nicht mehr aufzuhalten.

Quelle: WAZ

Quelle: welt.de

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