ESC 2018

0051Vom 8. bis zum 12. Mai 2018 haben 42 Länder am 63. Eurovision Song Contest
in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon teilgenommen!

Soviel zu Beginn – Israel hat mit 529 Stimmen (212 Jury- und 317 Publikums-Punkte) den diesjährigen Wettbewerb gewonnen! Den Siegertitel kann man sich hier auf Youtube ansehen.

Es war ein schöner Abend – und die Qualität der Songs war beachtlich gut, wie ich fand. Nunja, bis auf ein Lied… das habe ich vorgespult, weil es mich so gar nicht angesprochen hat: der spätere Siegertitel aus Israel no-snitching
Wir haben eine gute halbe Stunde zeitversetzt den ESC geschaut, so dass man die Möglichkeit dazu hatte. Umso größer ist dann bei mir die Enttäuschung, dass (mal wieder) ein in meinen Ohren blöder Titel den Contest gewonnen hat…

Bereits im Vorfeld war die auf ESC-taugliche Exzentrik (= Bunter Wirrsinn? Immer! Wahrlich Verstörendes? Och nö!) getrimmte Popnummer von Netta als Favorit gehandelt worden. Der israelische Siegertitel ist nicht gerade leise und gefühlvoll. Der Text klingt dümmlich (“I’m not your toy – you stupid boy”) – nach dem Motto: Hauptsache es reimt sich. Doch die Botschaft ist klar: “Du darfst mich gefälligst nicht so behandeln, ich bin ein vollwertiger Mensch.” Obwohl der Song sehr laut, schräg und schrill daherkommt, mögen ihn die Zuschauer. Und er polarisiert genauso wie im vergangenen Jahr der Titel von Sobral, von dem viele sagten, dass es eine schreckliche Schnulze sei.

Man kann einfach nicht jeden Geschmack treffen. Obwohl bei diesem Wettbewerb so ziemlich alles dabei war – von der Opernarie aus Estland, über Pop, Balkanbeats und Ethnoballaden bis hin zum lauten Metalbrett aus Ungarn. Allein unter den Top Five sind Songs, die unterschiedlicher kaum sein können – die laute Tanznummer aus Zypern, die Soulballade aus Österreich, ein Chanson aus Italien und das nachdenkliche Singersongwriter-Stück von Michael Schulte.

Die ESC-Fans mögen Gefühle genauso wie schrille Auftritte. Wenn schrille Auftritte aber auch noch mit einer Botschaft rüberkommen, die so punktgenau in die aktuelle #MeToo-Debatte passt – dann gewinnt eben ein Song wie der von Netta, einer jungen Frau, die immer gehänselt worden ist und sich nun mit einem Schlag befreit hat.

Salvador Sobral hat über diesen Song übrigens gesagt, er habe Nettas Hühnergacker-Elektropop-Lied angeklickt und “heraus kam etwas Schreckliches”. Auch dies ist reine Geschmackssache. Sicher hat Sobral durch seine Worte und seinen Song ein Umdenken angestoßen und einige damit erreicht. Aber der ESC ist und bleibt, was er seit über 60 Jahren ist. Ein Musikzirkus mit vielen Facetten und großem Unterhaltungswert für ein Millionenpublikum.
Und das will beides: Gefühle und Getöse
.

Quelle: dw.com

Neben den sechs Titel, die ich in dieser Woche aus dem ersten und zweiten Halbfinale vorgestellt habe, möchte ich euch nun noch drei weitere Titel mit auf den Weg geben, die mir gefallen haben. Sie gehören zu den Big-Five, die direkt für das Finale gesetzt sind und daher noch nicht performed hatten.

Zunächst einmal wäre da Frankreich
mit “Mercy” haben sie einen ruhigen, eingängigen Song mit tollem Groove abgeliefert:

Einen Zwischenfall gab es beim Song des UK, als ein Störer auf die Bühne kam und der Sängerin kurzerhand das Mikrofon entriss (siehe im Video bei 1:40)! Super professionell hat diese reagiert: also großes Lob für Song und Verhalten nach Großbritannien:

Bis zu diesem Abend kannte ich weder Michael Schulte, noch den deutschen Beitrag für den diesjährigen ESC. Auch den deutschen Vorentscheid und den seitdem veröffentlichten Titel kannte ich nicht. Umso größer meine Überraschung, als ich diese berührende und tolle gesungene Ballade hören durfte:

Wie sich nach Mitternacht zeigen wird, hat das nicht nur mich überzeugt: Am Ende landet der deutsche Beitrag auf dem Hammer-Platz 4, nachdem wir in den letzten 5 Jahren die hintersten Plätze gepachtet hatten (Plätze 21, 18, 27, 26 und 25 von jeweils 25/26 Ländern!). Im Jahr 2015 hatten wir nicht einmal einen einzigen Punkt bekommen!

Daher hat Deutschland und Michael Schulte mit Recht Grund zum Jubeln heute Nacht. Und das deutsche Publikum hat beim Televoting 10 Punkte für Israel verteilt – somit bin wohl ich der einzige, der sich mit der deutschen Platzierung trösten muss.

Sehen wir uns also 2019 wohl in Jerusalem wieder joyful

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